Rudolf Brandner
Rudolf Brandner :: Unterwegs 1977
Unterwegs im Denken (1977)

Rudolf Brandner

geb. 1955, Studium der Philosophie, Psychologie und Indologie in Freiburg, Paris (Sorbonne) und Heidelberg, 1988 Promotion über Aristoteles (=> Bibl. 5, 1996), 1993 Habilitationsarbeit zum philosophischen Begriff der Geschichtlichkeit (=> Bibl. 4, 1994). 1985 - 1999 neben Lehr- und Vortragstätigkeit im deutschsprachigen Raum zahlreiche Gastprofessuren in Frankreich, Italien und Indien. 2000 – 2005 Rückzug in die philosophische Grundlagenforschung (Bibl. => 6 – 8, 2002/2004). Lebt als freier Philosoph in Freiburg i. Brsg. und Berlin.


Arbeitsbereich: Philosophische Grundlagenforschung.

Die Notwendigkeit philosophischer Grundlagenforschung entspringt der nihilistischen Krise der Moderne und stellt das Denken vor die Aufgabe einer umfassenden Klärung menschlichen Weltverhältnisses in der fundamentalontologischen Perspektive von Ursprung, Genese und Horizont menschlichen Selbst- und Weltverständnisses. Ihre Durchführung erfolgt durch die Rückfrage nach der geschichtlichen Grundlegung und Ausbildung menschlichen Weltverhältnisses in Religion, Kunst und Philosophie. Im Aufweis der formalen Verfassung der Grundlegungsparadigmen menschlichen Weltverhältnisses erweist sich «Freiheit», verstanden als Befreiung von der Negativität des Seins, als erstes Wovonher und äußerstes Worumwillen menschlichen Weltverhältnisses. Da die Negativität des Seins nicht nur das gegenständliche Wovon, sondern auch den inneren Grund der Möglichkeit von Befreiung bildet, ist sie als sich selbst transzendierende Verfassung des Seins zu denken: als Transzendenzgeschehen, das nur im Offenbarungsvollzug menschlichen Erkennens zu seiner vollendeten Wirklichkeit gelangt. Philosophische Grundlagenforschung arbeitet damit an der Befreiung menschlichen Weltverhältnisses in einem grundlegend gewandelten Selbst- und Weltverständnis, das den modernen Menschen zur Überwindung seiner geschichtlichen Negativität errmächtigt.